Sonntag, 1. März 2009

Wie kommt die Schokolade in meinen Mund?
Zu allererst, müssen die Kakaobäume angepflanzt werden. Wenn dann die Früchte reif sind, werden sie geernet. Ein weitere Schritt ist die Fermentation. Dazu werden die Bohnen und das Fruchtfleisch auf Bananenblättern (oder anderen großen Blättern) ausgebreitet und mit einer weiteren Schicht von Blättern abgedeckt. So liegen die Bohnen meistens für etwa fünf bis sechs Tage zwischen Bananenblättern, oder in Holzkisten. Die genaue Fermentationsdauer schwankt, abhängig von der Kakaosorte, zwischen 2 und 7 Tagen. Während dieser Zeit läuft ein Gärprozess, die Fermentation ab. Dabei entstehen hohe Temperaturen von ca. 45 °C bis 50 °C. Ausgelöst durch diese Temperaturen laufen die verschiedensten chemischen und biologischen Prozesse ab. Nach der Fermentation enthalten die Bohnen bis zu 60 % Wasser. Um lagerfähig und damit für die weitere Verarbeitung geeignet zu sein, müssen sie getrocknet werden. Die anschliessende Verarbeitung erfolgt normalerweise nicht in den Anbauländern, sondern in Europa und Nordamerika. Der Transport erfolgt auf dem Seeweg. Dazu werden die Kakaobohnen in 60- bis 70-Kilo-Jutesäcke abgefüllt. In der Verarbeitungsfabrik angekommen, werden die Kakaobohnen geröstet. Als weiterer Schritt, findet das Brechen und Schälen statt. Dabei werden die Bohnen zunächst durch starke Walzen in kleine Stücke zerbrochen. Danach werden die leichten Schalenteile durch einen starken Luftstrom weggeblasen, übrig bleibt der Kakaobruch, der anschliessend zermahlen wird. Dabei wird das Zellgewebe der Bruchstücke zerrissen und die Kakaobutter freigelegt. Durch die entstehende Hitze schmilzt die Kakaobutter, tritt aus den Poren aus und umhüllt die Bruchstücke. Der Kakaobruch wird zur flüssigen Kakaomasse. Diese Masse wird nun mit den jeweiligen Zutaten vermischt. Je nach Rezept unterschiedliche Mengen an Kakaobutter, Zucker, Milchpulver und anderen Zutaten. Das Verrühren erfolgt in einem etwas überdimensionierten Mixer. Damit die Schokolade eine möglichst weiche Konsistenz bekommt und man auf der Zunge kein „sandiges“ Gefühl mehr hat, wird die Kakaomasse in einem weiteren Schritt in einem Raffineur durch mehrere Walzen zu einer hauchdünnen Schicht gewalzt. Anschliessend wird beim Conchieren die Schokolade in der Conche umgerührt und auf bis zu 90 °C erwärmt. Durch das stundenlange Erwärmen und Rühren fließt das Fett wieder aus den Spalten heraus und verteilt sich gleichmäßig um die Teilchen, so das eine zarte flüssige Masse entsteht. Durch Sauerstoff und Wärme wird der Masse außerdem Feuchtigkeit entzogen, so dass der Feuchtigkeitsgehalt jetzt weniger als 1 % beträgt. Zum Schluss wird die Schokolade in Tafelformen gegossen, oder zum Umhüllen von Pralinen oder Schokoladeriegeln der verschiedensten Arten verwendet. Nach dem die Schokolade die entsprechende Form bekommen hat wird sie gekühlt und kann dann verpackt werden. Zuletzt wird die Schokolade verladen und an die gewünschte Destination transportiert, wo sie dann in irgendeinem Regal eines Einkaufsladen landet, wo ich sie dann kaufe und mit Genuss verspeise!

Fazit: Alleine an diesem langen Text lässt sich erkennen, wie viel es braucht, bis eine Schokolade in meinem Mund landen kann:-) Von der Ernte über den Transport und die anschliessende Verarbeitung bis hin zu einem zweiten Transport zu einem Geschäft, bedarf es unzähliger Arbeitsschritte und unzähliger Ressourcen, dass ist mir bei dieser Recherche klar geworden...

6 Kommentare:

  1. Ich hatte in meinem M+U-Praktikum das Thema Schokolade. Wir haben auch anhand von Bildern, Text und einem Video der Weg von der Kakaofrucht bis zur Schokolade angeschaut.
    Es war sehr eindrücklich zu sehen, was für einen langen Prozess und weiten Weg es braucht, bis wir die Schokolade essen können.
    Ich finde es krass, dass man z.B. Migros-Budget-Schokolade für 50 Rp oder so kaufen kann. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man nach all diesen Prozessen eine Schokolade so billig verkaufen kann.
    Ich denke, gerade bei Schokolade (oder auch Kaffee), wäre es gut wenn wir Fairtrade-Produkte kaufen würden, damit wenigstens ein fairer Lohn und Lebensbedingungen für die Bauern gewährleistet wird. Weil bei 50 Rp. für eine Tafel Schokolade kann ich mir nicht vorstellen, dass die Bauern eine anständige Bezahlung bekommen.

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  3. Nach dem ich diesen Text gelesen habe, würde es mich reizen dieses Thema im M+U Unterricht durch zu führen.
    Es ist wirklich interessant zu sehen, wie viel es braucht, bis die Schokolade in den Regalen landet. Ich habe es mir vorher noch nie richtig überlegt.
    Die Sache mit der Migros-Budget-Schokolade habe ich mir auch überlegt. Ich frage mich, was genau der Grund ist, warum diese Schokolade billiger ist. Liegt es wirklich daran, dass die Kakaobohnen billiger erhältlich sind oder wird etwas an der Produktion geändert?
    Es wäre auf jeden Fall interessant diesen Aspekt auch anzuschauen.

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  4. Ja, es ist wirklich erstaunlich, wie lange es geht, bis die Schokolade im Regal der Migros oder sonst in einem Lebensmittelgeschäft steht. Vorallem gleicht sie dann überhaupt nicht mehr der ursprünglichen Kakaobohne.
    Das habe ich mir bis jetzt noch gar nie übelegt. Wenn die Schokolad im Migros nur 50 Rappen kostet, kann ich mir nicht vorstellen, was für die Bauern noch herausspringen sollte. Schliesslich ist der Transport und die ganze Produktion auch nicht zu vergessen.

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  5. Vielen Dank für eure Beiträge.

    Ich habe einmal gehört, dass die Migros an den Migros Budget Produkten nichts verdient. Diese Marke gibt es eigentlich nur, um sich gegen die Konkurrenz behaupten zu können, indem sie dadurch weiterhind Kunden in den Laden lockt, die ansonsten vielleicht nur noch bei Aldi oder Lidl einkaufen würden. Dass heisst also, dass die Preisverbilligung sehr wahrscheinlich hauptsächlich zu Lasten der Migros fällt und die anderen Entschädigungen im Verhältnis bleiben.

    Grüsse Fränzi

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  6. Hueppa Fränzi Fränzen

    Eindrücklich, wirklich! Liest sich, also ob du dieses Thema im M&U Unterricht behandelt hast...

    greets stef

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